Categories

Nukular…es heißt Nukular!

Die Bundestagswahl liegt jetzt schon runde zwei Monate zurück und von den Plänen der neuen Regierungskoalition hat sich noch nichts materialisiert. Die Wahl zeigt sich im Nachgang dennoch als Gewinn für die Piratenpartei. Der doch für viele überraschende Wahlerfolg der Piraten hat die alten Parteien für Netz- und Bürgerrechtsthemen sensibilisiert und auch wenn vieles davon nur dem Stimmenfang dient – Erfolg ist und bleibt erfolg.

Mann kann jetzt nicht wirklich behaupten das die Piraten eine Umweltpartei wären, aber auch bei uns gibt es natürlich programmatische  Entwicklungen bezüglich der Energieversorgung von Morgen samt einem Bekenntnis zum Atomausstieg. Der ist mit der neuen Regierung allerdings tatsächlich in Gefahr. Glücklicherweise gibt es eine entsprechende ePetition, deren Zeichnungsfrist allerdings in 6 Tagen ausläuft und der noch 48.000 Mitzeichner fehlen.

Also Grüne, Piraten, Atomgegner: mitzeichnen!


noatom

Die Chancen der Petition sind vielleicht gar nicht mal so schlecht, auch in der neuen Koalition ist eine Laufzeitverlängerung nicht unumstritten, wie z.B. der CSU Abgeordnete Josef Göppel, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Umweltausschuss, in seiner Rede deutlich macht:

“Deswegen möchte ich an dieser Stelle auf die Verlängerung von Laufzeiten eingehen. Herr Kollege Kauch hat völlig recht. Im Vertrag steht: Wir sind bereit, Laufzeiten zu verlängern. – Aber ich sage hier auch ganz deutlich: Wenn die Begrenzung der Laufzeiten fällt, dann müssen auch die Gegenleistungen im Ausstiegsvertrag der damaligen rot-grünen Koalition vom Juni 2000 fallen, nämlich die steuerliche Begünstigung der Rücklagen, die Begrenzung der Versicherungspflicht für Reaktoren, die bis zu zehn Jahre langen Prüfungsintervalle, und die Begünstigung   es ist da von „ungestörtem Betrieb“ die Rede   im Wettbewerb mit anderen Formen der Stromerzeugung. Das zusammen schafft ein Klima, das man entweder für Innovationen nutzen kann oder für die Zementierung von Zuständen. Unser Nachbarland Belgien macht übrigens im Moment vor, wie ein solcher Energievertrag für ein ganzes Land aussehen kann.”


Zweierlei Maß

“Unterschiedlich / ungerecht urteilen” definiert der Redensarten Index ist gemeint wenn jemand von zweierlei Maß spricht. Nicht das es überraschend wäre, aber grade wenn man Politik verfolgt kommt einem dieser Gedanke häufiger.

Die Online-Petition ist heute ein probates Mittel geworden um Bürgerwillen gegenüber dem Bundestag kenntlich zu machen. Nur was tun wenn der Petitionsausschuss sich weigert eine Petition online zu stellen. Gut, es mag absurde Petitionen geben, aber ob eine Petition mit dem Ziel Bundestagsabgeordnete zu mehr Verfassungstreue zu erziehen dieses Label verdient? Der Stand des Politikers scheint zwar nichts dabei zu finden ganzen Familien oder WGs den kompletten Internet-Zugang nach französischem Vorbild zu sperren weil ein Mitglied Urheberrechtsverstöße begeht, aber das ein Politiker sein Mandat verlieren könnte weil er es nicht schafft sich Gedanken um die verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes zu machen ist für die gleichen Politiker offensichtlich unvorstellbar. Der Autor der Petition hat diese jetzt zum “Mitzeichnen” online gestellt. Reichlich Beteiligung scheint mir angebracht.

Haben unsere Politiker so viel Angst davor Verfassungstreue nicht nur schwören, sondern tatsächlich auch leben zu müssen?

Mitzeichnen kann man hier:  http://www.verfassung-achten.de/?q=die-petition-dreimal-ist-einmal-zu-viel

3-strikes

Internetzensur hilft!

Filter_gegen_Terror1

Wie kann man es erklären?

In Diskussionen mit Bürgern die nicht unbedingt technikaffin sind hat man in aller Regel vor allen Dingen das Problem irgendwie deutlich zu machen warum Netzsperren nicht leisten können was die Politik verspricht. Häufig neigt man dann dazu darauf abzuzielen zu erklären wie einfach diese Sperren zu umgehen sind. Leider führt diese Vorgehensweise in der Regel zu der Einstellung z.B. eines Herrn Jurk: Wenn kümmert das Grundgesetz, man möge bitte an die Kinder denken und wenn auch nur ein Missbrauchsfall dadurch verhindert werden kann hat es sich doch schon gelohnt. Da werden dann auch mal gerne falsche Analogien vorgebracht.

Daher sollte man die Argumentation vielleicht anders aufbauen. Statt auf das angreifbare Argument “es hilf nur sehr wenig, wenn überhaupt, aber dafür haben wir dann eine Zensurinfrastruktur in Deutschland” zu setzen, sollte man vielleicht darauf ansetzen Bürgern und Wählern verständlich zu machen das diese Netzsperren überhaupt keine Effekt auf das eigentlich Problem haben können. Ganz wie ein Kampfpilot in einem abstürzenden Jet schon mal konzentriert auf den Höhenmesser starrt statt den Schleudersitz zu betätigen, konzentriert sich die öffentliche Diskussion darauf ob man es ein paar Perversen vielleicht ein klein wenig schwerer machen könnte an Material zu kommen. Das sich das eigentliche Verbrechen jedoch nicht beim ansehen der Bilder, sondern bei erstellen Derselben ereignet wird dabei von vielen Wählern ausgeklammert. Statt dessen sehen viele im Internet einen für sie ohnehin bedeutungslosen Wilden Westen, dem ein wenig Reglementierung eh gut tut und wenn man dabei auch noch ein paar Kinderschänder von Ihrem Tun abhalten kann ist das auch schön.

Wie wäre es zum Beispiel mit:

Glück_für_Nick

Vielleicht versteht ja der eine oder andere die Botschaft. Nur ob in unserer schnelllebigen Zeit noch viele wissen wer Nick Berg war?

..und alle!

man braucht ja irgendwie immer ne Hymne

Achtung, liebe Braunschweiger! Am 08.08.2009 findet von 16 bis 18 Uhr KEIN Picknick auf dem Schlossplatz statt.

Warum nicht mag sich mach einer Fragen? Ganz einfach, wie man auf Gulli.com nachlesen kann hat die Stadt Braunschweig die Sache verboten.

Zitat: “Die Botschaft des Ordnungsamtes ist eindeutig: “Jegliche öffentliche Flashmobs in Braunschweig sind illegal und werden notfalls mit einer Allgemeinverfügung verboten und polizeilich aufgelöst.”

Begründet wird das Verbot damit, dass “Öffentliches Eigentum gefährdet” sei: “Auf meine Frage, was denn gefährdet sei, antwortete mir Herr Heidelberg vom Fachbereich Öffentliche Sicherheit, dass das Sandsteinpflaster vorm Schloss teuer sei. Die Frage, inwiefern dieses Pflaster, über das tagtäglich Tausende von Frauen in High-Heels stolzieren, durch samtene Decke von Picknickern gefährdet sei, wurde mir leider nicht beantwortet.”

“Der öffentliche Raum in Braunschweig dient ausschließlich dem Verkehr, also dem Transfer von Wohnung a zu Wohnung b, von Wohnung a zu Geschäft b oder von Geschäft a zu Geschäft b.”

Auch eine Anmeldung des Picknicks als Demonstration habe kaum Erfolgsaussichten, hieß es vom Ordnungsamt, da eine Demonstration mit Picknick “eine nicht genehmigungsfähige Sondernutzung” darstelle. Veranstaltungen im Öffentlichen Raum, die weder kommerziell noch politisch sind, werden dadurch unmöglich gemacht und kriminalisiert.”

Um jede Unbill in Form von Platzverweisen, Erkennungsdienstlicher Behandlung etc. pp  bei meinen paar Lesern zu vermeiden, schlage ich vor das jeder, der am 08. August zwingend auf den Braunschweiger Schlossplatz muss, sich für die Ordnungskräfte passend kenntlich macht, z.B. durch ein geeignetes T-Shirt:

Ich bin kein Picknicker T-Shirt

Ich bin kein Picknicker T-Shirt

Von der Leyer fordert Verhaltenskodex für das Internet!

Und das Internet fordert einen Computerführerschein für Frau von der Leyen! Da bleibt einem doch glatt die Luft weg. Das man Sachverstand in Sachen Computer/Internet im Deutschen Bundestag seltener findet als eine Toilette ohne Koksspuren dürfte mitlerweile jedem klar sein. Ich kann ja noch in Grenzen nachvollziehen wenn sich eine Politikerin Sorgen um den Umgangston zwischen Jugendlichen macht. Der wird ja schliesslich auch in der realen Welt ständig überwacht und nötigenfalls korregiert. Wer hat noch nicht erlebt das besorgte Mitbürger Jugendliche, welche sich in der  Fußgängerzone gestritten haben, zu nettem Umgang miteinander aufgefordert haben?

Gut, die rfc1855 ist grade mal 14 Jahre und damit entschieden zu jung um Politkern bekannt zu sein welche beim Sexualstrafrecht Indiens noch auf dem Stand von 1972 sind, aber das kann man ja ändern.

Hiermit schlage ich die Aktion “Netiquette für die nette Ulla” vor. Wir, also die Bürger und Wähler die schon gemerkt haben wir inzwischen im 21. Jh. angekommen sind und mit DNS mehr verbinden als das Human Genom Projekt, sollten eine Aufklärungskampange für die Politiker in unserem Land starten. Damit sie sich nicht mehr so blamieren müssen. Oder damit sie wenigstens merken wie sie sich blamieren. Wir sollten also alle, selbstlos wie wir sind, Anstrengungen unternehmen die Netiquette auch bei denen bekannt zu machen, die grade erst entdeckt haben das sowas ganz praktisch sein kann.

In diesem Sinne: Klar machen zum Ändern!

Lügenullla als langer Arm von Microsoft

Der Speigelfechter hat der Lügenulla mal mal auf die Quellen geschaut, bezeichnend:

“Die Anfang des Jahres in Kraft getretene Information Technology Amendment Bill erlaubt den indischen Strafverfolgungsbehörden ohne richterliche Überprüfung Telefonate, E-Mails und andere Formen der Telekommunikation schon beim Verdacht auf eine Straftat abzuhören und mitlzulesen. Internetseiten können in Indien bereits seit 2006 vom Staat geblockt werden – und dies betrifft nicht nur Pornographie, sondern vor allem missliebigepolitische Meinungen. Wenn Frau von der Leyen dies als „sehr erfreulich“ bezeichnet, kann man bereits ahnen, wohin die Fahrt noch gehen soll.”

und

Es mag ja ein Zufall sein – aber seit diesem Zeitpunkt „explodiert“ auch weltweit das Ausmaß der Kinderpornographie im Internet, obgleich Brancheninsider von einem signifikanten Rückgang sprechen.

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/579/zensursula-indien-microsoft-und-die-luge-in-der-politik

Ein Themen Partei? Na und?

Wie Demokratie Wahlthemen ersetzt.

Wenn man mit Bekannten über die Piraten redet, passiert immer das gleiche. Bürgerrechte, Privatsphäre, Internet, open Access, transparenter Staat: ” Pustekuchen: Ihr seid nur eine Ein-Themen Partei!


Selbst der Europaparlamentsabgeordnete der  Piratenpartei hat neulich in einem Interview losgelassen, dass, wenn die Datenschutz und Bürgerrechte Ziele umgesetzt sind, die Piraten sich eigentlich wieder auflösen könnten.
Der Kommentar der Zeitung lautete, dass dies wahrscheinlich auch nur reines Kalkül sei – man will halt nicht machtgeil wirken.
Aber das Gegenteil ist der Fall. Wir wollen in Parlamenten bleiben und zwar nicht, weil wir machtgeil sind, sondern weil wir die Macht dahin bringen wollen, wo ist hingehört: Zum Volk. Demokratie nennt sich das ganze und es ist traurig einzugestehen, dass im 21 Jhd. noch eine Partei nötig ist, die dafür kämpft. Oder vielmehr: wieder nötig ist.

Aber schauen wir uns die Realität mal an. Im Mittel gibt der Wähler ein Mal im Jahr seine Stimme ab.
Das kann man wörtlich nehmen und ist mit einer Flaschenpost vergleichbar die man ins Meer wirft. 
Das Teil treibt eh mit der Strömung und vom Strand aus kann man nur fluchen und untätig zusehen wie das Mistvieh abtreibt. Vier Jahre später kann man dann die nächste Flasche 5 Meter weiter links oder rechts ins Wasser werfen, aber im Grunde macht’s ja doch keinen Unterschied. Es entscheidet die Strömung.

„Alle Macht geht vom Volke aus! “ So’n Quatsch.

Die Parteien geben den Kurs vor, und innerhalb der Parteien heißt das  im wesentlichen die eingefleischten Berufs-Politiker.
Wählen kann man nur komplett-Pakete, die im Endeffekt doch nicht so umgesetzt werden wie es vor der Wahl versprochen wurde.  
Das Argument „Wenn du mitbestimmen willst, dann geht doch in eine Partei“ hat in etwa das Lösungspotenzial von „Wenn dir die Maßlosigkeit der Investmentbanken nicht passt, dann werd’ doch Manager und änder’s“.
Was Politiker auf die Meinung des gemeinen Volkes geben, weiß jeder, der mal eine Frage unter Dieter Wiefelspütz Profil in Abgeordnetenwatch geschrieben hat. Entspricht nicht meinen Moralvorstellungen oder dummes Geschwätz ist bei ihm eine allgemeingültigerere Antwort als 42.

Das dieses Beispiel kein Einzelfall eines einzelnen Politikers auf die Kommentare von ein, zwei Spinnern ist, wissen spätestens seit diesem Jahr 134000 Deutsche, die beobachten konnten, wie ihre Petition im Bundestag eingeschlagen ist, wie eine Bombe; nur halt ohne Detonation und auch sonst ohne Wirkung. Also gar nicht.

Das sind nur die Großen. Klar. Bei den Grünen haben 33 Prozent nicht gegen das gesetzt gestimmt und die FDP gibt auch nur solange den Bürgernahen, wie sie nicht an der Macht ist (Beispiel? NRW hat als erstes ein Onlinedurchsuchungsgesetzt verabschiedet. Grüße vom FPD Innenminister. Wem das nicht reicht, der kann sich über die Polizei-Gesetzte in Hessen informieren. Auch hier sitzt die FDP hinterm Fenster, winkt und freut sich, dass sie eh schon drin ist).

Vielleicht kommt hier auch das Problem der All-Themen Parteien zu Vorschein: Man kann als kleine Partei bei vielen Themen wenig erreichen oder bei wenigen Themen viel. Man sieht es an den Grünen, um über die Breite des Programms nicht komplett nachgeben zu müssen auch Abstriche bei den Kernkompetenzen gemacht werden. Bei der Piratenpartei, welche ihre Hauptforderungen vermutlich noch auf einem DIN A4 Blatt zusammen bekommt, wären Koalitionsverhandlungen mehr eine Take it or Leave it Situation.  Sollte die Piratenpartei wie durch ein Wunder in den Bundestag einziehen dürfte das Bundespolitische Parkett eh ein Minenfeld sein das den Piraten genug Fettnäpfchen zum reintreten bietet. Da muss man nicht zu allem Überfluss auch noch agieren als hätte man plötzlich Ahnung von Aussenpolitik. Lasst die anderen Kompetenzen dort wo sie sind. Nur weil die Piraten bei Ihren Themen in Sachen Kompetenz locker Kreise um die etablierten Parteien laufen können, muss man nicht plötzlich so tun als hätte man mehr Wirtschaftskompetenz als die Union, die Verräterpartei, die (Wirtschafts-)Liberalen, die Grünen oder die Linken. Gut, bei den Linken bin ich mir nicht ganz so sicher.

Also, woher beziehen die Piraten ihre dauerhafte Daseinsberechtigung, außerhalb des Internets und Bürgerrechten?

Also, woher beziehen die Piraten ihre dauerhafte Daseinsberechtigung, außerhalb des Internets und Bürgerrechten?

Durch die Tatsache das ihre wenigen Themen grundsätzlich die zentralen Themen einer jeden Demokratie sind, welche diese überhaupt erst lebendig und funktionsfähig halten!


Um die Selbstheilungskräfte eines Staates zu aktivieren braucht es meiner Ansicht nach drei Dinge:

1. Transparenz:

Transparenz dient nicht nur der Korruptions- und Lobbyismus Bekämpfung. Sie macht Entscheidungen und Grundlagen nachvollziehbar, niemand kann ohne vollständige Transparenz zu einer fundierten Entscheidung kommen. Ein Mathematiker nicht zur Lösung einer Gleichung, ein Politiker nicht zu einem Gesetzesvorschlag, ein Bürger nicht zu einer Wahlentscheidung.

Auch wenn es in der öffentlichen Diskussion nicht im Vordergrund steht: Transparenz ist ein Kernthema der Piratenpartei: sie setzt sich für den transparenten Staat an Stelle eines transpartenten Bürgers ein. Einzig den Nutzen für alle politische Entscheidungen soll hier betont werden. Somit umfasst das Wahlprogramm der Piraten schon ein Stück weit Finanzen, Umwelt und Sozialprobleme. 

2. Eine informierte Bevölkerung:

Demokratie, und damit das Staatswesen das sich unsere Verfassungsväter vorgestellt haben, kann nicht funktionieren ohne eine Bevölkerung, die sich frei und ohne Angst informieren und austauschen kann. Demokratie gestaltet von einem Haufen Ahnungslosen ist wohl eher kontraproduktiv.

Damals, 1949, war über die schiere vielzahl unabhängiger Zeitungen mit eigenen Redaktionen Informationsvielfalt sicher gestellt. Heute werden Redaktionen zusammengelegt, die Medien gehören zu multinationalen Konzernen welche auch abseits ihre Zeitungen, Fernseh- und Radiosender eigene Interessen haben und “ihre” Medien nutzen um das Meinungsbild in ihrem Sinne zu beeinflussen. Nachrichten sind ein Produkt das es möglichst billig herzustellen gilt, auch idealistische Journalisten sind unter dem Kostendruck Ihrer Redaktionen kaum noch in der Lage zu recherchieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Nicht umsonst scheinen ganze Nachrichtenportale nur noch aus marginal bearbeiteten Meldungen weniger Agenturen zu bestehen.

Wer sich umfassend informieren will kann dies in den klassischen Medien nur noch schwer tun. Bei bundespolitischen Themen gibt es noch Vielfalt, aber welche Kleinstadt verfügt noch über mehr als eine Lokalredaktion? Welche Mittelstadt kann das von sich behaupten. Welche Großstadt hat diesen Luxus noch.

Das verschmähte Internet ist für viele Bürger das einzig verfügbare alternative Informationsmedium zu ihrer einen Lokalredaktion. Das dieses Netzt frei von Zensur bleibt ist somit essenziell! Schon die Möglichkeit das Internet zu zensieren würde damit wie ein Damoklesschwert über dem Fortbestand des freiheitlich, demokratischen Rechtsstaates hängen!

Mit der Piratenpartei, in der jeder im Forum ernst genommen wird, die Vorsitzenden betonen, dass für Kampagnen kein Okay von oben nötig ist und “Parteiprogramm” ein unangebrachter Begriff ist für ihr Lösungswiki. Womit wir beim beim nächsten Punkt sind:

3. direktere Demokratie:

Aller Begeisterung zum trotz muss man auch zugeben, dass es im Moment fast schon einen Hype um die Piraten gibt, der sich wohl mehr auf der Hoffnung begründet, dass hier was anderes entsteht, als die eingesessenen, etablierten Parteien und genau diese Hoffnung dürfen wir nicht enttäuschen. Weniger Themen heissen auch eine bessere Chance eine Parteiinternen Konsenz zu finden. Keiner verwässerten Positionen, keine parteiinterne Fraktionsbildung, weil ein Grüppchen bei einem außenpolitischen Thema blokiert um bei einem umweltpolitischen Thema seine Position durch zu setzen. Die Chance für die gemeinsame Sache an einem Strang zu ziehen ist ungleich höher.

Dazu kann ein Mitglied der Piratenpartei gleichzeitig auch ein Mitgleid anderer Parteien sein. Wer beim den Kernthemen der Piraten deren Positionen zustimmt, kann sich trotzdem gleichzeitig in der FDP engagieren wenn ihm deren Wirtschaftspolitik besser gefällt, bei den Grünen wenn ihm deren Umweltpolitik zusagt. Zwar hat ein Bürger nur ein Stimme, aber wieso sollte ein Bürger sich nicht über mehrere politische Parteien an der politischen Willensbildung beteiligen können? In einem All-Themen Parteinsystem ist das per Definition unmöglich, jede Partei vertritt im Grunde nur den kleinsten  gemeinsamen Nenner ihrer Mitglieder. Je größer die Themenbreite einer Partei, desto größer wird zwangsläufig auch das Delta zwischen den Idealvorstellungen der einzelnen Mitglieder und der Parteilinie.

Dies wäre eine völlig neue Art Politik zu machen und Mitwirkung zu begreiffen, bei der jeder einzelne Bürger eine wesentlich bessere Chance hat sein persöhnliches Ohnmachtsgefühl zu überwinden. In einem System von Parteien, welche sich auf ihre Kernkompetenzen beschränken sind die Warhscheinlichkeit von politischen Grabenkämpfen und Stellungskriegen deutlich kleiner als in einem Systeme mit mühseelig erarbeiteten Kompromissparteilinien. Koalitionen wären plötzlich etwas dynamisches, Politik hätte wieder mehr Dynamik und Argumente hättem wieder eine Chance sich gegenüber Parteiprogrammen Gehör zu verschaffen.

Die Piraten stehen also für eine direktere indirekte Demokratie!


Ohne dieses Ohnmachtsgefühl der Bevölkerung, welches die Ursache für die heutige Politikverdrossenheit sein dürfte, würde Bürger auch sonst wieder beginnen die Gesellschaft aktiv zu gestalten. Wenn auf breiter Front in der Bevölkerung ein Produktboykott gestartet wird, werden Firmen schon rasend schnell bei Verhandlungen in die Knie gehen. Wie weit die Verhandlungen gehen, kann dann jeder Bürger selber Entscheiden.

Dass das ganze funktioniert musste Vattenfall jetzt schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Tausende wechselnde Kunden sind nunmal effektiver als jede an Bahngleisen angekettet Hippie Gruppe mit Lichterketten. Vieles kann durch die schiere Marktmacht des Bürgers erledigt werden, braucht es für alles Gesetze? Der Markt ist kein übergordnetes Etwas, wir alle sind der Markt. Wenn wir Analogkäse und Schinken klar gekennzeichnet haben wollen ist das schnell zu erreichen wenn man keine Produkte mehr kauft die nicht mit “100% echter Käse” werben, wer Gentechnik gekennzeichnet haben will nur noch Produkte mit “100% Gentechnik frei”!

Piraten stehen nicht für Kinderpornografie und Raubkopien! Piraten stehen für eine neues Politikverständnis das den Bürger wieder in den Mittelpunkt des Staates stellt! Ein plebiozentrisches System!

In diesem Sinne: Klarmachen zum Ändern!

Mit dank an den Nutzer Keek aus dem Piratenforum für die Anregung zu diesem Blogeintrag.

Piratenpoesie

Heute ging ich in Berlin,
Planlos schlendernd vor mich hin,
Kreuz und quer, ganz ohne Ziel,
Da beschlich mich das Gefühl

Irgendwas sei hier nicht richtig,
Doch nahm ich dies nicht weiter wichtig.
Kommen mit dem Alter Grillen?
Fragte ich mich bang im Stillen.

Weiter durch die Straßen schreitend,
Das Gefühl mich stets begleitend,
Führten mich die nächsten Schritte
Zum Roten Rauthaus hin in Mitte.

Vom Turm sah ich die Fahne wehen
Ich stutzte staunend und blieb stehen.
Da merkte ich mit jähem Schreck:
Der Berliner Bär ist weg!

Auch am Schild der Rathaustür
Weit und breit kein Wappentier.
Ganz egal wohin ich schaue,
Nicht einmal die kleinste Klaue.

Weiter durch die Straße gehend,
Nirgends einen Bären sehend,
Floh ich nach Hause irritiert
Und fragte mich: Was ist passiert?

Dann las ich den Bericht bei Heise
Und auf wunderbarer Weise,
War mir plötzlich sonnenklar,
Was mit dem Wappentier geschah.

Denn treibst du Leyen in die Enge
Braucht sie Bären jede Menge,
Und Ruckzuck sind sie verschwunden,
Weil sie den Bürgern aufgebunden.

Schlussbemerkung:
Ist die Zunge tief gespalten,
Wär’s besser sie im Zaum zu halten.

Mit Danke an den Heise.de Nutzer “Helpdesk”